Ispringen-barrierefrei

Testfahrt nach Pforzheim mit der Bahn

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Am 15. April haben von der Projektgruppe Ispringen barrierefrei wie angekündigt, die Begehung unseres Bahnhofes mit Bahnfahrt nach Pforzheim und zurück vorgenommen.

Thema war insbesondere das Ergebnis des barrierefreien Umbaus der Ispringer Bahnsteige für mehr als 1 Mio Euro. Schon beim Betreten des Bahnsteiges fiel positiv die für Sehbehinderte und Blinde vorgenommene Ausstattung mit Aufmerksamkeitsfeldern und Bodenleitsystem auf. Zu kritisieren ist, dass von der Pforzheimer Straße nur am Treppenaufgang ein ebener Zugang zum Bahnsteig besteht, die weiteren zwei Zugänge weisen leider eine Stufe auf, die sicher zu einer Rampe umgewandelt werden könnten.

Frau Petra Schultern im E-Rolli fährt vom Ispringer Bahnhofsgleis Richtung Pforzheim in eine gelbe AVG Bahn ein. Die Türen der Straßenbahn werden durch Lena Kautz offengehalten indem sie die Lichtschranke versperrt. Frau Illona Geisselhardt beobachtet vom Bahngleis aus wenigen Metern Entfernung das Geschehen.

Petra Schulten im E-Rolli wagt es, beobachtet von Ilona Geisselhardt; Lena Kautz blockiert die automatische Tür

Interessant war dann der Zugang/die Zufahrt in die Stadtbahn (s. Photo). An Menschen mit Handicap fuhren mit uns zwei E-Rollstuhlfahrerinnen, eine Mitbürgerin mit Rollator, ein Mitbürger mit Gehstöcken und eine junge Mutter mit Kind im Kinderwagen. Besonders die E-Rollifahrerinnen waren gespannt, um nicht zu sagen ängstlich, ob die Zufahrt in den Waggon funktioniert. Kurz gesagt: es hat alles geklappt. Auch die Zwischenräume zwischen Waggonrampe und Bahnsteig konnten trotz Bedenken der Fahrerinnen gut überwunden werden. Problematisch war jedoch der schnelle Türschluss der Waggontüren, die erst bei Kontakt stoppen.

Eine unserer E-Rollifahrerinnen hätte immer noch Angst, allein diese Fahrt zu bewältigen, wie sie sagt. Die andere meinte jedoch, jetzt wisse sie, wie sie selbstständig nach Pforzheim kommen könne. Sie machte einen glücklichen Eindruck.

In Pforzheim testeten wir dann auch noch erfolgreich die vorhandenen Lifte. Gedanken machten wir uns darüber, was passiert, wenn ein Lift ausfällt, da jeweils nur ein Lift pro Bahnsteigzugang vorhanden ist.

Die Rückfahrt nach Ispringen gestaltete sich unkompliziert, da wohl dank der Ferien und unserer Fahrt außerhalb der Stoßzeit wir auch mit zwei E-Rollis im gleichen Bereich noch einigermaßen ausreichend Platz lassen konnten für den Zugang nicht Behinderter. Zu bemerken bleibt noch, dass am Bahnsteig auf der Bahnhofseite in Ispringen weiterhin eine Stufe über die ganze Länge des Bahnhofes besteht, die aber nach Auskunft der Gemeindeverwaltung durch Einbau von Metallrampen entschärft werden soll.

Unser nächstes Treffen findet wie üblich am 29. April um 20:00 Uhr im Bürgerhaus Regenbogen statt.

Bis dahin wünschen wir Ihnen allen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ein frohes Osterfest und wir hoffen, dass Sie, wenn möglich, von Handicaps bewahrt bleiben; wenn Sie aber betroffen sind, wünschen wir Ihnen, dass unsere Bemühungen in Ispringen einen Beitrag zur Barrierefreiheit für Sie bringen werden.

Wolfgang Ballaring

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